{"id":378,"date":"2013-08-29T15:06:01","date_gmt":"2013-08-29T15:06:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/?p=378"},"modified":"2013-08-30T11:32:46","modified_gmt":"2013-08-30T11:32:46","slug":"hoi-an-seidenraupen-und-weihnachtsmann","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/?p=378","title":{"rendered":"Hoi An \u2013 Seidenraupen und Weihnachtsmann"},"content":{"rendered":"<p>23. DEZEMBER 2012 \u2013 Vietnam Impressionen (6)<\/p>\n<p>Heute Morgen keine Fahrradtour zu dem kleinen Dorf in der N\u00e4he von Hoi An. Es hat die ganze Nacht geregnet und gest\u00fcrmt. Der Feldweg ist noch glitschig und schlecht befahrbar. Trotzdem k\u00f6nnen wir mit Hoa nach kurzer Zeit auch ohne Regen durch Hoi An schlendern. Stelle mir eine journalistische Reise mit dem Zug von Saigon nach Hanoi vor, mit vielen<br \/>\nZwischenstationen, in denen ich Hoa und Th\u00e9 als Begleitung h\u00e4tte. Hoa ist ebenso skeptisch wie Th\u00e9 es in Hanoi war, obwohl er im Gegensatz zu Th\u00e9 keinen politischen Fragen aus-<br \/>\nweicht. So frei scheint dieses immer noch kommunistische Land doch noch nicht zu sein. Erst seit zwei Jahren g\u00e4be es hier Pressefreiheit, erkl\u00e4rt Hoa.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0533.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-428\" alt=\"DSC_0533\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0533-1024x680.jpg\" width=\"394\" height=\"262\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0533-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0533-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0533-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 394px) 100vw, 394px\" \/><\/a>Wir schlendern \u00fcber den Fisch- und Gem\u00fcsemarkt, der direkt am <a href=\"http:\/\/www.geo.de\/reisen\/community\/bild\/173721\/Hoi-An-Vietnam-Am-Thu-Bon-Fluss-in-Hoi-An\" target=\"_blank\">Thu Bon Fluss<\/a> liegt und fahren dann mit dem Boot in ein kleines Dorf, dass fr\u00fcher von T\u00f6pferarbeiten leben<br \/>\nkonnte. Inzwischen ist es nur noch von alten Menschen und Kindern bewohnt. Die jungen Leute arbeiten irgendwo in den St\u00e4dten, um der Armut und dem primitiven Leben in diesem Ort zu entkommen. Die Kinder lassen sie bei den Gro\u00dfeltern. Die betteln uns jetzt an und die T\u00f6pferinnen m\u00f6chten, dass wir ihnen kleine Figuren abkaufen. Hoa ist der Gang durch das Dorf ebenso unangenehm wie uns. Er hatte vorgeschlagen mit dem Boot Richtung M\u00fcndung zu fahren, um die sch\u00f6ne Landschaft zu genie\u00dfen. Wenn ich gewusst h\u00e4tte warum, h\u00e4tte ich nicht auf die angek\u00fcndigte Fahrt ins T\u00f6pferdorf bestanden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC008161.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-434 alignright\" alt=\"DSC00816\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC008161.jpg\" width=\"2189\" height=\"1642\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach unserer R\u00fcckkehr besichtigen wir ein typisches fr\u00fcheres Wohnhaus von Hoi An, dessen Altstadt zum UNESCO Kulturerbe geh\u00f6rt. Im Haus leben noch die sichtbar verarmten Besitzer. Wir essen eine Kleinigkeit bei einer Gark\u00fcche am Fluss und gehen dann in ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr Seidenbekleidung, in dem uns die Entstehung der Seide am Beispiel der unterschiedlichen<br \/>\nEntwicklungsstufen der Raupen gezeigt werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC008231.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-432 alignright\" alt=\"DSC00823\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC008231.jpg\" width=\"1910\" height=\"1410\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ganz oben werden die F\u00e4den gesponnen. In der N\u00e4he steht das Model eines Saccos aus Rohseide, das ich mir anschaue. Sofort werde ich von einer Verk\u00e4uferin aufgefordert, das Sacco anzuprobieren. Es ist mir etwas zu klein, aber in dem Gesch\u00e4ft w\u00fcrde auf Ma\u00df geschneidert. Noch am selben Abend k\u00f6nne ich das Sacco anprobieren und am n\u00e4chsten Tag abholen. Dann k\u00f6nnte ich es Heiligabend tragen.<\/p>\n<p>Hoa hat drau\u00dfen gewartet. Wir gehen Kaffee trinken und Kuchen essen. Wir br\u00e4uchten nicht f\u00fcr ihn zu bezahlen, als Reiseleiter bek\u00e4me er das umsonst. Mit dem Auto fahren wir zu einem Massagestudio, das Hoa uns empfohlen hat, weil die M\u00e4dchen dort besser seien als im Hotel und die Massage weniger kosten w\u00fcrde. Hoa versorgt seine Leute. Das Studio ist gut besucht, es warten schon einige Kunden bei einer Tasse Tee. Vor ihnen kleine Wannen, in denen die F\u00fc\u00dfe gewaschen werden, bevor man ins Massagezimmer gef\u00fchrt wird. Zwei d\u00fcnne Matratzen liegen auf dem Boden. Zwei junge M\u00e4dchen stehen f\u00fcr die neunzigmin\u00fctige Ganzk\u00f6rpermassage bereit. Es ist nicht richtig warm im Zimmer. Drau\u00dfen st\u00fcrmt und regnet es, und wir bekommen Regentropfen ab. Die Fenster bleiben trotzdem ge\u00f6ffnet, weil der Raum klein ist und die Masseurinnen hart an unseren K\u00f6rpern arbeiten. Ich genie\u00dfe es, bin danach v\u00f6llig entspannt. Zum Abschluss wie immer ein Tee. Das Taxi zum Hotel geht aufs Haus.<\/p>\n<p>Abends fahren wir mit dem Hotelshuttle noch einmal in die Stadt. Zuerst gehen wir in das Seidengesch\u00e4ft. Ich kann mein Sacco schon anprobieren. Alles passt. Ich solle doch noch ein Hemd dazu kaufen, empfiehlt die Verk\u00e4uferin. Aber ich bleibe standhaft.<br \/>\nMehrere Stunden hat es geregnet, so dass sogar der Fluss in der Innenstadt von Hoi An \u00fcber das Ufer trat und die Stra\u00dfe am Markt teilweise unter Wasser gesetzt hat. Vor dem Lokal, wo wir essen wollten, riecht es vom Markt her, der auch unter Wasser steht, nach Abf\u00e4llen. Wir weichen in ein anderes Lokal aus. Heute Abend ist es ungem\u00fctlich in der Stadt. Wir holen nach dem Essen sofort unsere Seidenweihnachtsgeschenke ab und fahren zur\u00fcck ins Hotel.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0551.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-462\" alt=\"DSC_0551\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0551-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0551-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0551-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0551-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Am Morgen ist es trocken, so dass wir mit dem Fahrrad durch die Reisfelder fahren k\u00f6nnen. Die R\u00e4der hat Hoa schon vor den Eingang gestellt. Der Himmel rei\u00dft auf. Es wird sonnig und angenehm warm. Kurz vor der Stadt biegen wir ab in die Wasser-<br \/>\npalmenallee. Links und rechts Reisfelder und Fischteiche. Ein Wasserb\u00fcffel mit zwei Jungen versperrt uns den Weg. Auf einem Feld<br \/>\nbereitet ein Bauer den schlammigen, w\u00e4ssrigen Boden maschinell mit einer Planierrolle f\u00fcr die Reissetzlinge auf. Rundherum sitzen und fliegen Seidenreiher.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0569.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-464\" alt=\"DSC_0569\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0569-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0569-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0569-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0569-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Beim Gem\u00fcsebauer werden wir von einer alten Frau begr\u00fc\u00dft. Ich kann mich nicht sattsehen an ihrem witterungsgegerbten, stolzem Gesicht. Sie h\u00e4lt eine Zigarette in ihren von schwerer Arbeit gezeichneten Hand. Wir sollen ein bisschen die landwirtschaftlichen T\u00e4tigkeiten kennenlernen, ein Beet hacken, f\u00fcr die Pflanzung vorbereiten, danach die Setzlinge in den Boden stecken und abschlie\u00dfend das frische Beet bew\u00e4ssern. Getrocknete Pflanzen als D\u00fcngung in zwei gro\u00dfen Schalen, die an einem langen Stab h\u00e4ngen und \u00fcber den Schultern liegen, m\u00fcssen wir zu dem Beet bringen. Wir tragen einen braunen Kittel und den typischen geflochtenen vietnamesischen Kegelhut. Tom und Jerry, st\u00f6\u00dft der J\u00fcngere mich an und lacht. Sie verdienen sich ein wenig Geld dazu, in dem sie Touristen wie in einem Schulgarten betreuen. Nach der Gartenarbeit haben wir dringend eine Fu\u00dfmassage n\u00f6tig, die wir von zwei humorvollen Frauen erhalten, die das ganze ebenfalls nicht so ernst nehmen. Danach d\u00fcrfen wir Fr\u00fchlingsrollen zubereiten. Ein Koch zeigt uns wie man den Teller \u00e4sthetisch sch\u00f6n mit den Speisen gestaltet. Eine leckere Mahlzeit am fr\u00fchen Nachmittag, die bis zum Weihnachtsdinner reichen muss.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0597.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-483\" alt=\"DSC_0597\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0597-1024x680.jpg\" width=\"625\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0597-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0597-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0597-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23. DEZEMBER 2012 \u2013 Vietnam Impressionen (6) Heute Morgen keine Fahrradtour zu dem kleinen Dorf in der N\u00e4he von Hoi An. Es hat die ganze Nacht geregnet und gest\u00fcrmt. 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