{"id":342,"date":"2013-08-22T15:06:24","date_gmt":"2013-08-22T15:06:24","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/?p=342"},"modified":"2013-08-24T13:26:06","modified_gmt":"2013-08-24T13:26:06","slug":"hue-und-wolkenpass-dicker-bauch-kurzes-leben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/?p=342","title":{"rendered":"Hue und Wolkenpass \u2013 \u00bbDicker Bauch &#8211; Kurzes Leben\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>21. DEZEMBER 2012 \u2013 Vietnam Impressionen (5)<\/p>\n<p>Auf dem Weg zur etwas erh\u00f6ht liegenden Thien Mu Pagode oberhalb des Parf\u00fcmflusses bei strahlend blauem Himmel wiederholt Hoa, der eine helle Hose, ein wei\u00dfes Hemd und eine khakigr\u00fcne Kappe mit dem roten Vietnamstern tr\u00e4gt, in einem kurzen Geschichts-<br \/>\nexkurs noch einmal die Erfolge des vietnamesischen Volkes in den letzten 1000 Jahren. Ein so kleines Land, nie verloren, Wahnsinn, ey! Vietnam sei seit 1010 ein eigenst\u00e4ndiger Staat. Vorher war Vietnam eine Provinz der Chinesen. Von Hoa werden wir noch viel lernen auf dieser Reise. Eine seiner Weisheiten: \u00bbDicker Bauch &#8211; Kurzes Leben. So sei das!\u00ab<br \/>\nHoas Eltern stammen aus Hue. Sein Vater sei mit seiner Familie nach Hanoi gegangen, um sich den Befreiungstruppen Ho Chi Minhs anzuschlie\u00dfen. Er war Professor f\u00fcr Literatur, vorher Lehrer. Der Vater schloss sich in Honoi der Kommunistischen Partei an. Er traf auch mit Ho Chi Minh zusammen, worauf er sehr stolz gewesen sei. Im Krieg gegen die Franzosen verlor er einen Arm. Danach im Krieg gegen die Amerikaner arbeitete er wieder. Aber er unterrichtete seine Sch\u00fcler nicht nur in Literatur, sondern brachte ihnen auch das Schie\u00dfen bei. Wenn die amerikanischen Angriffe kamen, mussten sie sich verteidigen k\u00f6nnen und k\u00e4mpfen. So sei das gewesen!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0381.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-345\" alt=\"DSC_0381\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0381-1024x680.jpg\" width=\"625\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0381-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0381-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0381-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\nHo Chi Minh und auch sein Vater seien keine wirklichen Kommunisten gewesen, sie waren Patrioten und Nationalisten, und wollten etwas f\u00fcr Vietnam tun. Immer sei es bei seinem Vater nur um die Gemeinschaft, um Vietnam gegangen und weniger um die Familie. Das habe er damals nicht verstehen und akzeptieren k\u00f6nnen, deshalb wollte er so schnell wie m\u00f6glich sein eigenes Leben f\u00fchren. Habe das Leben des Vaters abgelehnt. Er ging 1994 in die Tschechoslowakei, nach Prag, um dort Literatur zu studieren. Das habe ihm sein Vater vermittelt, weil er Angst gehabt habe, Hoa kehre sonst als Dieb zur\u00fcck. Aber er sei mit Hilfe von vietnamesischen Freunden, die bereits in Deutschland lebten, illegal \u00fcber die Gr\u00fcne Grenze nach Deutschland eingewandert und habe einen Asylantrag gestellt. Nein, er sei nicht verfolgt gewesen, aber in Deutschland reichte es, aus einem kommunistischen Land zu kommen, um erfolgreich einen Asylantrag stellen zu k\u00f6nnen. Hoa arbeitete in M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg in Bierg\u00e4rten und in asiatischen Restaurants illegal als Kellner. In der K\u00fcche arbeiten acht Leute, davon sieben illegale Vietnamesen. Der Wirt hatte auch ein Restaurant auf dem Flughafen, in dem viele Illegale arbeiteten. Er stand sich gut mit den Mitarbeiterern aus dem Arbeitsamt. Wenn Kontrollen kamen, sagte der Chef: Hoa, morgen bleibst Du zu Hause. Ja, so sei das gewesen. Die Vietnamesen waren flexibel. Wenn es voll war, blieben sie so lange wie der Chef es wollte. Die deutschen Angestellten packten eine halbe Stunde vor Feierabend schon ihre Sachen zusammen. Deshalb waren die vietnamesischen illegalen Angestellten sehr begehrt, und nur deshalb konnte er in Deutschland so lange ohne Arbeits- erlaubnis arbeiten. Zuerst nur verborgen in der K\u00fcche, aber dann, als der Chef in Not war wegen eines fehlenden Kellners, sei er f\u00fcr diesen eingesprungen und habe an dem Abend so viel Umsatz gemacht, dass er von da an am Wochenende\u00a0 kellnern durfte. Dabei habe er manchmal mit Trinkgeld 400 DM verdient. Er wollte nicht weg aus Deutschland. Aber dann sei sein sieben Jahre j\u00fcngerer Bruder bei einem Motoradunfall gestorben. Und er musste als jetzt nur noch einzige Sohn der Familie zur\u00fcck nach Vietnam. Sein Vater war mit der Familie von Hanoi in die Beamten- und Gelehrtenstadt Hue gegangen, als Hoa drei Jahre alt war. Er wurde dort an der Uni Professor f\u00fcr Literatur und seine Mutter habe als Lehrerin f\u00fcr Lite- ratur gearbeitet. Sie\u00a0 war zwanzig Jahre j\u00fcnger als der Vater. Vor f\u00fcnf Jahren sei sein Vater mit \u00fcber neunzig gestorben. Bis zuletzt habe er jeden Morgen Tai Chi gemacht, sehr diszipliniert gelebt und sich gesund ern\u00e4hrt. Er sei immer ein vietnamesischer Patriot gewesen, nat\u00fcrlich auch Kommunist, aber in einem sehr positiven Sinne. Fr\u00fcher habe er seinen Vater mit seinen strengen Lebensregeln nicht verstehen k\u00f6nnen. Seitdem er tot sei, w\u00fcrde er immer mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihn haben. Das alles erz\u00e4hlte uns Hoa im Laufe unseres viert\u00e4gigen Zusammenseins.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0386.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-346 alignleft\" alt=\"DSC_0386\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0386-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0386-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0386-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0386-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wir genie\u00dfen die Sonne bei der Besichtigung der Thien Mu Pagode. Die singenden M\u00f6nche erleben wir aber eben so wenig wie die Langohraffen in der Lagune in der Halong Bucht.<br \/>\nWir gehen eine steile Treppenflucht zu dem Phuoc-Duyen-Turm. Die sieben Stockwerke symbolisieren die verschiedenen Inkarnationen Buddhas. Dann stehen wir vor dem gro\u00dfen dickb\u00e4uchigen lachenden Budda Di Lac. Der dicke Bauch bedeute, dass der Buddha das B\u00f6se der Menschen in sich tr\u00e4gt. Aber trotzdem lache er, sagt Hoa. Anders als der leidende Christi, denke ich, der zwar alle Last auf sich nimmt, aber die Menschen gleichzeitig mit Schuld bel\u00e4dt. So scheint mir f\u00fcr den einzelnen Menschen der Buddhismus doch eine gl\u00fccklichere Variante des Glaubens zu sein. Verwundert schauen wir im hinteren Teil des Klostergel\u00e4ndes auf einen dort ausgestellten blauen Austin. Mit dem sei der aus Hue stammende M\u00f6nch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Th%C3%ADch_Qu%E1%BA%A3ng_%C4%90%E1%BB%A9c\">Thich Quang Duc<\/a> am 11. Juni 1963 nach Saigon gefahren und habe sich dort auf einer vielbefahrenen Kreuzung von anderen M\u00f6nchen mit Benzin \u00fcbergie\u00dfen und anz\u00fcnden lassen, aus Protest gegen den von den Amerikanern gest\u00fctzten katholischen Pr\u00e4sidenten Diem. Dieses Foto ging damals um die Welt. Und Thich Quang Duc blieb nicht der einzige M\u00f6nch aus Hue der diesen Protest gegen das verhasste s\u00fcdvietnamesische Regime w\u00e4hlte und mit dazu beitrug, dass die Amerikaner Pr\u00e4sident Diem fallen lie\u00dfen. War es ein Zufall, dass Diem wenige Monate sp\u00e4ter ermordet wurde?<\/p>\n<p>Wir fahren weiter und besichtigen eines der typischen Gartenh\u00e4user oberhalb des Parf\u00fcmflusses, f\u00fcr die Hue bekannt sein soll. Es sei noch im Privatbesitz erz\u00e4hlt Hoa. Die Erben m\u00f6chten das Haus verkaufen, k\u00f6nnen sich aber nicht einigen. Ein Brautpaar in traditioneller vietnamesischer roter Kleidung l\u00e4sst sich vor dem Haus und dem Garten fotografieren. Es soll Gl\u00fcck f\u00fcr die bevorstehende Ehe bringen.<br \/>\nNur zweihundert Jahre war Hue Kaiserstadt. Und der Kaiserpalast, den wir nach dem Gartenhaus besichtigen, wurde zu gro\u00dfen Teilen im M\u00e4rz 1968 von den Amerikanern zerst\u00f6rt. Nach der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tet-Offensive\">Tet-Offensive<\/a> am 31. Januar 1968, dem vietnamesischen Neujahrsfest, griffen die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vi%E1%BB%87t_Minh\">Viet Minh<\/a> und die s\u00fcdvietnamesischen Vietcong den S\u00fcden des Landes an und besetzten sogar f\u00fcr kurze Zeit die amerikanische Botschaft. Ein Riesenschock f\u00fcr die gesamte amerikanische Bev\u00f6lkerung, der zu einem gnadenlosen milit\u00e4rischen Gegenschlag der US-Armee f\u00fchrte, bei dem auch der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hu%E1%BA%BF\">Kaiserpalast<\/a> gegen die sich dort verschanzte vietnamesische Befreiungsarmee nicht verschont wurde. Dass kurze Zeit sp\u00e4ter, am 18. M\u00e4rz 1968, das Massaker in dem Dorf <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Massaker_von_My_Lai\">My Lai<\/a> stattfand, in dem US-Soldaten fast alle Dorfbewohner ermordeten, passt dabei gut in das gesamte Bild. Der verantwortliche ame\u00adrikanische Offizier wurde daf\u00fcr zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt, aber bereits nach zwei Jahren wieder entlassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0416.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-361 alignright\" alt=\"DSC_0416\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0416-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0416-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0416-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0416-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Vor dem Kaiserpalast stehen Fahrr\u00e4der f\u00fcr uns bereit. Wir fahren an den Mauern des Palastes entlang und danach \u00fcber die Br\u00fccke in die Innenstadt.<br \/>\nHoa zeigt auf eine Stelle am Ufer des Parf\u00fcmflusses und erz\u00e4hlt, dass er hier fr\u00fcher mit seinem Vater schwimmen gegangen sei. Heute sei der Fluss zu schmutzig, um dort zu baden. Wir kommen an dem Geb\u00e4ude vorbei, an dem Ho Chi Minh zu Schule ging und auch am Ho Chi Minh Museum, vor dem ein gro\u00dfes Plakat mit dessen typischem Konterfei zu sehen ist.<br \/>\nWir biegen in eine Seitenstra\u00dfe ein, fahren noch ein kleines St\u00fcck und erreichen dann ein traditionelles vietnamesisches Restaurant, in dem fast nur Einheimische zu speisen scheinen. Wir sind \u00fcberrascht, dass sich Hoa und unser Fahrer mit an den Tisch setzen. Hoa fragt uns, ob er ein paar Kleinigkeiten, etwas f\u00fcr die vietnamesische K\u00fcche Typisches, f\u00fcr uns bestellen d\u00fcrfe. Octopus und Tofu gegrillt, Nudelsuppe mit auf einem Extrateller servierten Sojasprossen und Kr\u00e4uterbl\u00e4ttern, dazu wird Reis serviert. Alles schmeckt sehr k\u00f6stlich. Dazu trinken wir Jasmintee. Als die Rechnung kommt schaut uns Hoa an und sagt: \u00bbAlles zusammen neun Euro. Wahnsinn, ey!\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0434.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-347\" alt=\"DSC_0434\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0434-300x236.jpg\" width=\"300\" height=\"236\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0434-300x236.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0434-1024x808.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0434-624x492.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Am n\u00e4chsten Morgen besuchen wir das Grab des vorletzten der 13 Nguyen-Kaiser. Mit dem Bau ihres eigenen Grabes begannen die Kaiser kurz nachdem sie auf dem Thron gestiegen waren, so konnten sie selbst den Ruhm f\u00fcr ihre Nachwelt bestimmen. Da die Ahnen ja weiter leben, nur in einem anderen energetischen Stoff, muss f\u00fcr ihre, wenn auch immer nur kurze R\u00fcckkehr, alles bereit stehen. Und wie im Leben, m\u00fcssen die Vorbereitungen daf\u00fcr getroffen werden. So gibt es im Kaisergrab auch R\u00e4ume f\u00fcr die Konkubinen. Aus Angst, dass sein Grab gesch\u00e4ndet und die Knochen entnommen werden k\u00f6nnten, hat unser Kaiser, den wir heute besuchen, seine Gebeine von engsten Vertrauten an einer geheimen Stelle bestatten lassen. Da der vorletzte Kaiser erst im 20. Jahrhundert bestattet wurde, gibt es au\u00dfer Gem\u00e4lden auch gro\u00dfe Fotografien von ihm und seinen Hauptfrauen.<br \/>\nHoa erkl\u00e4rt uns die Symbole der geschnitzten Tierstatuen. Der Drachen ist nicht wie bei uns ein b\u00f6ser Drachen, sondern er verspricht Gl\u00fcck und Erfolg. Ebenso wie die Fledermaus. Die Schildkr\u00f6te symbolisiert die Bodenhaftigkeit, deshalb stehen die G\u00f6tter und Heiligen auf ihrem Panzer. Der Mensch ist in der Hierarchie ganz unten, dann kommt die Erde und an h\u00f6chster Stelle der Himmel.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0461.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-363 alignright\" alt=\"DSC_0461\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0461-1024x680.jpg\" width=\"438\" height=\"291\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0461-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0461-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0461-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><\/a>Wir fahren Richtung Hai-Van-Pass. Der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hai-Van-Pass\">Wolkenpass<\/a>, ist die Wetterscheide zwischen tropischem und subtropischem Klima. Unterwegs regnet es wieder. \u00dcberall dunkle Wolken, manchmal kommt ein bisschen die Sonne durch. Ein Lastwagen mit Tieren kommt uns entgegen. Da seien Hunde f\u00fcr den Norden drin, sagt Hoa. Im Norden essen sie Hunde, dort seien sie eine besondere Speziali-<br \/>\nt\u00e4t, so sei das. Er esse zwar auch keine Hunde, aber wenn er im Norden sei, dort zum Essen eingeladen, dann d\u00fcrfe er es nicht ablehnen, Hundefleisch zu essen. Das w\u00e4re eine gro\u00dfe Beleidigung f\u00fcr den Gastgeber. Also esse er dort auch Hund. Man m\u00fcsse einfach akzeptieren, dass es nicht \u00fcberall so sei, wie man es von zu Hause kenne, doziert Hoa. In Vietnam stehe der Mann \u00fcber der Frau, die Alten \u00fcber die Jungen, so sei das eben. Das k\u00f6nne man gut oder schlecht finden, aber als Gast habe man das zu akzeptieren. Das h\u00f6ren wir noch des \u00f6fteren von ihm. Besonders eingeschossen hat er sich auf die Teilnehmer einer be-<br \/>\nstimmten Reiseorganisation, von der er schon viele Gruppen gef\u00fchrt habe, aber jetzt die Reiseleitung f\u00fcr solche Gruppen ablehne. Viele seien Lehrer, die alles besser wissen, und nicht akzeptieren k\u00f6nnten, dass es in Vietnam anders sei als in Deutschland.<br \/>\nWir fahren den Pass hinauf. Jetzt sei alles wieder sch\u00f6n gr\u00fcn hier, toll was?, sagt Hoa. Fr\u00fcher sei in dieser Gegend \u00fcberall dichter Dschungel gewesen, bis die Amerikaner aus Angst vor den vietnamesischen Befreiungstruppen, die circa 30 Kilometer entfernt auf dem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ho-Chi-Minh-Pfad\">Ho Chi Minh Pfad <\/a>Richtung S\u00fcden unterwegs gewesen seien, begannen, mit chemischen Entlaubungsmitteln die B\u00e4ume zu bespr\u00fchen und die Nutzpflanzen zu vernichten. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Agent_Orange\">Agent Orange<\/a> nannten sie das. Von den Auswirkungen sind die Leute bis heute betroffen. Auch in der dritten Generation werden noch immer Kinder mit Missbildungen geboren. Auch in Amerika bei Soldaten, die das Gift verspr\u00fcht h\u00e4tten. Ein gro\u00dfes Kriegsverbrechen. Aber die Amerikaner haben es nicht geschafft, die Vietnamesen zu schlagen. Dieses kleine Land habe das gro\u00dfe Land Amerika geschlagen und vertrieben, Wahnsinn, ey!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0452.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-364\" alt=\"DSC_0452\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0452-1024x680.jpg\" width=\"625\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0452-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0452-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0452-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen vor einer Schranke halten. Vielleicht komme ein Zug, sagt Hoa, das k\u00f6nne aber dauern. Deshalb steigen wir aus. Ein sehr sch\u00f6ner Blick die K\u00fcste entlang. Dann kommt der Zug aus Saigon um den Berg herum, rollt an uns vorbei. Oben auf einem Waggon sitzt ein Mann. Fr\u00fcher seien die D\u00e4cher voll gewesen. Die Leute besa\u00dfen weder Autos noch Motorr\u00e4der. Die Z\u00fcge waren v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllt, so dass es die einzige M\u00f6glichkeit gewesen sei, wenn man wegkommen wollte, sich auf das Dach der Waggons zu setzen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0464.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-365\" alt=\"DSC_0464\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0464-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0464-199x300.jpg 199w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0464-680x1024.jpg 680w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0464-624x938.jpg 624w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0464.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0466.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-366\" alt=\"DSC_0466\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0466-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0466-199x300.jpg 199w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0466-680x1024.jpg 680w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0466-624x938.jpg 624w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0466.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>Wir erreichen den Gipfel des Wolkenpasses und steigen kurz aus. Oben stehen immer noch die amerikanischen Befestigungsanlagen. Jetzt k\u00f6nnen wir auf der anderen Seite des Passes bis nach <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C4%90%C3%A0_N%E1%BA%B5ng\">Da Nang<\/a> blicken, wo die amerikanischen Bodentruppen das erste Mal in Vietnam einmarschiert sind. In der Stadt besichtigen wir das Cham-Museum. Die Cham lebten damals in S\u00fcdvietnam, wurden vertrieben als sich der Norden immer weiter Richtung S\u00fcden ausbreitete und das Land in Besitz nahm. Uns ist nicht richtig nach Museum, obwohl es sehr interessant ist. Die Sonne kommt durch. In Hoi An haben wir ein Hotel direkt am Meer, wir m\u00f6chten an den Strand. Aber wir sollen noch eine Marmorfabrik besichtigen. Nein \u2013 wir wollen nicht! Bald stehen wir vor dem Meer. Es ist windig und die Wellen sind sehr hoch. Man darf nicht ins Wasser.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0476.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-367 aligncenter\" alt=\"DSC_0476\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0476-1024x680.jpg\" width=\"694\" height=\"462\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0476-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0476-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0476-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 694px) 100vw, 694px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zwei Stunden sp\u00e4ter ist es trocken. Klarer Sternenhimmel. Wir gehen in einem kleinen Lokal direkt am Fluss essen. Die Stadt verbreitet mit ihren Laternen, die die Stra\u00dfenbeleuchtung ersetzen, eine romantische Stimmung. Nach dem Essen schlendern wir durch die Gassen der ein wenig musealen Altstadt von Hoi An. Und ich kaufe mir die gleiche gr\u00fcne Kappe mit dem rotem Vietnamstern wie Hoa.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0483.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-368\" alt=\"DSC_0483\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0483-1024x680.jpg\" width=\"625\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0483-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0483-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0483-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21. DEZEMBER 2012 \u2013 Vietnam Impressionen (5) Auf dem Weg zur etwas erh\u00f6ht liegenden Thien Mu Pagode oberhalb des Parf\u00fcmflusses bei strahlend blauem Himmel wiederholt Hoa, der eine helle Hose, ein wei\u00dfes Hemd und eine khakigr\u00fcne Kappe mit dem roten Vietnamstern tr\u00e4gt, in einem kurzen Geschichts- exkurs noch einmal die Erfolge des vietnamesischen Volkes in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[117,119,118,138,112,113,116,101,100,115,109,106,111,107,110,108,102,104,103,105,137,114],"class_list":["post-342","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized","tag-agent-orange","tag-cham-museum","tag-da-nang","tag-der-flaneur","tag-drachen","tag-hai-van-pass","tag-ho-chi-minh-pfad","tag-hoi-an","tag-hue","tag-hundefleisch","tag-jasmintee","tag-kaiserpalast","tag-konkubinen","tag-my-lai","tag-nguyen-kaiser","tag-parfumfluss","tag-phuoc-duyen-turm","tag-tet-offensive","tag-thich-quang-duc","tag-viet-minh","tag-volker-dittrich","tag-wolkenpass"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=342"}],"version-history":[{"count":53,"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/342\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":426,"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/342\/revisions\/426"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}