{"id":287,"date":"2013-08-21T16:17:11","date_gmt":"2013-08-21T16:17:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/?p=287"},"modified":"2013-08-24T13:25:04","modified_gmt":"2013-08-24T13:25:04","slug":"langohraffen-kurze-und-lange-nasen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/?p=287","title":{"rendered":"Langohraffen \u2013 Kurze und lange Nasen"},"content":{"rendered":"<p>20. DEZEMBER 2012 \u2013 Vietnam Impressionen (4)<\/p>\n<p>Wir verzichten auf Tai Chi am fr\u00fchen Morgen auf dem Oberdeck. Um acht Uhr setzen wir mit einer kleinen Gruppe mit dem Begleitboot zu einer Lagune \u00fcber. Morgens k\u00f6nne man dort Langohraffen sehen. Aber wir haben kein Gl\u00fcck, wie andere Touristen vor uns auch nicht. Es herrscht eine wunderbare Stille in der Lagune. Nur eine sehr begrenzte Anzahl von Booten wird gleichzeitig hineingelassen. Bei der R\u00fcckkehr die \u00fcbliche Begr\u00fc\u00dfung an Bord. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck genie\u00dfen wir die im Morgendunst liegende bezaubernde Landschaft.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0333.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-267\" alt=\"DSC_0333\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0333-1024x680.jpg\" width=\"625\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0333-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0333-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0333-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\nTh\u00ea wartet schon am Kai auf uns. R\u00fcckfahrt nach Hanoi zum Flughafen. Unterwegs besichtigen wir einen Tempel, der unscheinbar etwas Abseits an der Stra\u00dfe liegt.<br \/>\nW\u00e4hrend der Autofahrt erz\u00e4hlt Th\u00ea ein wenig von sich. Er ist verheiratet. Seine Frau ist Rechtsanw\u00e4ltin und zur Zeit in Ho Chi Minh City. So nennen fast alle unsere Reiseleiter die ehemalige Hauptstadt S\u00fcdvietnams, Saigon. In Ho Chi Minh City g\u00e4be es bessere Spezialisten f\u00fcr eine k\u00fcnstliche Befruchtung. In Vietnam keine Kinder zu haben sei ein sehr gro\u00dfer Makel. Genauso wichtig sei es, das ein Sohn geboren wird, weil nur der den Namen der Familie weitertragen kann. Vietnam ist vom <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konfuzianismus\">Konfuzianismus<\/a> mit seiner strengen hierarchi-<br \/>\nschen Ordnung in Familie und Staat gepr\u00e4gt. In der Familie genie\u00dfen die alten Menschen die h\u00f6chste Anerkennung und werden von den J\u00fcngeren verehrt. Obwohl die meisten Vietnamesen nicht gl\u00e4ubig seien, sagt Th\u00ea, h\u00e4tten sie doch einen Glauben, auch wenn er von unterschiedlichen Str\u00f6mungen wie Konfuzianismus, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Daoismus\">Taoismus<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buddhismus\">Buddhismus<\/a> und Christentum durchmischt sei. Als wir den Tempel betreten, verbeugt sich Th\u00ea. Es gibt unterschiedlich gro\u00dfe Figuren, jede einzelne verk\u00f6rpert bestimmte Tugenden. So wie das Gute und das B\u00f6se &#8211; <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yin_und_Yang\">Yin und Yang<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0352.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-290\" alt=\"DSC_0352\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0352-1024x680.jpg\" width=\"625\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0352-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0352-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0352-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es gibt Buddhas und Muttergottheiten, Naturgeister und Helden, die verehrt werden. Die volkst\u00fcmlichen Einstellungen zu den Religionen sind sehr von Pragmatismus gepr\u00e4gt, denn die Heiligen und Gottheiten sollen die Menschen besch\u00fctzen, ihnen helfen, auch Kinder zu bekommen. Besonders einen m\u00e4nnlichen Nachfolger, und sie sollen ihnen Gl\u00fcck bringen. Eine Religion die sich nicht im Diesseits bew\u00e4hrt, habe bei den Vietnamesen keine Chance. Das klingt sehr sympathisch. Ahnenkult, Verehrung von Gottheiten und der Mondkalender seien die drei S\u00e4ulen des geistigen Lebens in Vietnam, lese ich, und das best\u00e4tigt sich auch im weiteren Verlauf unserer Reise.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen auf den Alt\u00e4ren haben die Menschen Obst, Reis und andere Lebensmittel gestellt. Die seien f\u00fcr die Ahnen, sagt Th\u00ea, die weiter in der Familie mitlebten. Das sei auch bei Ihnen in der Gro\u00dffamilie so. In jedem Haus g\u00e4be es einen Altar. Wenn seine Frau kochen w\u00fcrde, dann stellte sie das Essen erst einmal f\u00fcr die Ahnen auf den Altar und erst danach w\u00fcrden sie mit dem Mahl beginnen. Das sei etwas sehr Sch\u00f6nes, wenn die Ahnen in der Familie auf diese Weise pr\u00e4sent blieben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0540.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-292\" alt=\"DSC_0540\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0540-1024x680.jpg\" width=\"625\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0540-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0540-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC_0540-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sp\u00e4ter besuchen wir noch andere Tempel, in denen besonders Frauen inbr\u00fcnstig f\u00fcr einen Sohn beten und Zettel mit W\u00fcnschen auf den Altar legen. Oder es werden, um die G\u00f6tter zu erweichen, bienenkorbartige R\u00e4ucherst\u00e4bchenspiralen gekauft und im Tempel aufgeh\u00e4ngt. Um so wichtiger der Tempel, um so mehr Spiralen h\u00e4ngen unter der Decke. In einigen Tempeln muss man tagelang auf einen Platz warten, bis die R\u00e4ucherst\u00e4bchen aufgeh\u00e4ngt werden k\u00f6nnen. Die Decke ist so voll, dass man die Heiligenfiguren dahinter nicht mehr sehen kann. Diese Tempel br\u00e4uchten sich nicht um ihre Einnahmen zu sorgen, sie h\u00e4tten viel Geld zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/The_VD.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-294 alignleft\" alt=\"The_VD\" src=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/The_VD-142x300.jpg\" width=\"142\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/The_VD-142x300.jpg 142w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/The_VD-486x1024.jpg 486w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/The_VD-624x1312.jpg 624w, http:\/\/blog.dittrich-verlag.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/The_VD.jpg 1306w\" sizes=\"auto, (max-width: 142px) 100vw, 142px\" \/><\/a>Zur\u00fcck am Flughafen in Hanoi. Th\u00ea begleitet uns bis zum Schalter und wartet so lange bis wir eingecheckt haben, und er sicher sein kann, dass es keine Schwierigkeiten geben wird. Die Reiseleiter arbeiten alle freiberuflich und sind f\u00fcr mehrere Agenturen t\u00e4tig. Ein Abschiedsfoto. Zusammen wollen wir noch einmal in die Berge Nordvietnams reisen. Lange Nase mit kurzer Nase in der Provinz, kichert Th\u00ea.\u00a0 Wenn das seine Kollegen erf\u00fchren, w\u00fcrden die sagen: Jetzt sei Th\u00ea v\u00f6llig Ballaballa.<\/p>\n<p>Flug nach Hue. Unser neuer Reiseleiter hei\u00dft Hoa, ein vietname-<br \/>\nsischer Patriot, der, wie er uns, kaum dass wir im Auto sitzen, schmunzelnd mitteilt, sein Deutsch im Biergarten gelernt habe. Und auf der Fahrt zum Hotel erz\u00e4hlt er uns auch mit vietnamesischem Stolz: Wir haben 1000 Jahre im Krieg gelebt. Und wir haben alle Gro\u00dfen geschlagen, die Mongolen, die Chinesen, die Franzosen und als letzte sogar noch die Amerikaner. Ein so kleines Land, nie verloren, Wahnsinn, ey!<br \/>\nWenn wir noch Getr\u00e4nke br\u00e4uchten, gegen\u00fcber vom Hotel g\u00e4be es einen Laden, da k\u00f6nnten wir billig Bier kaufen. F\u00fcr ein Drittel von dem, was wir an der Bar bezahlen m\u00fcssten. Wenn dort schon zu sei, k\u00f6nnten wir ruhig klopfen. Sie seien deshalb nicht b\u00f6se. Als wir sp\u00e4ter vor dem verschlossenen Rollgitter stehen, beschlie\u00dfen wir doch, das teuere Bier an der Bar vor dem Swimmingpool zu trinken. Obwohl es erst kurz vor Elf ist, sind nur zwei G\u00e4ste im Lokal, die kurz danach aufbrechen. Wir sind m\u00fcde und gehen schon bald in unsere sehr stilvoll mit Holzt\u00e4felungen eingerichtete Lodge. Nur kurz versuchen wir, uns davor auf unsere kleine Terasse zu setzen. Die Moskitos begr\u00fc\u00dfen uns vielz\u00e4hlig und treiben uns in die gesch\u00fctzten, klimatisierten R\u00e4ume. Vor unserer Lodge stehen Bananen\u00adb\u00e4ume und auch im Innenhof blicken wir beim Duschen auf die gr\u00fcnen gro\u00dfen Bl\u00e4tter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20. DEZEMBER 2012 \u2013 Vietnam Impressionen (4) Wir verzichten auf Tai Chi am fr\u00fchen Morgen auf dem Oberdeck. Um acht Uhr setzen wir mit einer kleinen Gruppe mit dem Begleitboot zu einer Lagune \u00fcber. Morgens k\u00f6nne man dort Langohraffen sehen. Aber wir haben kein Gl\u00fcck, wie andere Touristen vor uns auch nicht. 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